Wahl zum Europäischen Parlament

Heute finden mal wieder die Wahlen zum europäischen Parlament statt, und ich bin gespannt wie hoch die Wahlbeteiligung diesmal ist. Leider steht ja wieder zu befürchten, dass es weniger Wähler als bei der letzen Wahl sein werden. Das liegt vor allem daran, dass sich die Menschen immer weniger mit der Europäischen Union identifizieren können. Brüssel wird als bürgerfernes Bürokratiemonster wahrgenommen. Leider muss man die zahlreiche Kritik, die über die EU geäußert wird, nicht nur zur Kenntniss nehmen, sondern leider trifft sie auch häufig genug zu. Dabei gehört die Schaffung der Europäischen Union zu den großartigen Ereignissen und Visionen für die Zukunft. Doch leider ist diese große Version von einem geeinten und friedlichen Europa im laufe der Jahre im Sumpf der Bürokratie untergegangen.  Und so hat man das Gefühl, dass sich die EU vom geeinten Europa der Nationen entfernt und sich lieber um Normen für den Krümmungswinkel von Gruken kümmert.
Auch die jeweiligen Regierungen der Mitgliedsstaaten nutzen die Eu häufig als Ausrede um von eigenen Versämnissen abzulenken. Und auch die Parteien haben die EU, und gerade dort das Parlament, sträflich missachtet. So hat man ja gerne die Politiker, die hier nicht mehr zu gebrauchen waren, nach Brüssel entsorgt. Das alles führt einfach dazu, dass sich auch die Bürger nicht wirklich dafür interessieren.
Der größte Fehler aus meiner Sicht ist allerdings die ständige Erweiterung der EU. So werden immer mehr Staaten aufgenommen, die in der EU nicht die große Vision eines geeinten Europas sehen, sondern nur einen Markt. Nach dem Motto, die Vorteile der EU nehmen wir gerne mit, aber ansonsten bleiben wir lieber beim nationalstaatlichen Denken. Und so kommen nur noch Komprisse zustande die den kleinsten gemeinsamen Nenner bilden, und keine große Entwürfe für die Zukunft Europas. Europa braucht neue Visionen für die Zukunft, d.h. man braucht eine europäische Verfassung, die die Werten der Völker Europas wiederspiegelt wie z.B die ersten 5 Artikel in unserem Grundgesetz.  Eine solche europäische Verfassung muss dann natürlich auch durch die Bürger legitimiert wird, denn nur so erreicht man, dass sich die Menschen damit identifizieren können. Zudem muss Europa demokratischer werden, d.h das Parlament benötigt mehr Rechte bzw. die Aufgaben innerhalb der EU müssen anders verteilt werden. Zudem sollte die politische Einigung Europas deutlichen Vorrang vor Erweiterungen haben. Man könnte jetzt noch stundenlang weiterschreiben was man noch alles ändern bzw. verbessern muss. Aber eins steht fest. Europa muss eine Herzenangelegenheit der Menschen werden, mit denen sie sich genauso identifizieren können wie mit ihren eigenen Nation. Denn nur so hat Europa eine Chance.
Genau deswegen sollte auch jeder seine Chance nutzen und seine Stimme bei der heutigen Wahl abgeben. Denn nur wer wählt kann mitbestimmen. Nicht wählen und nur meckern hilft jedenfalls überhaupt nicht.