Farbwechsel in Bochum?

In gut 10 Tagen, und damit noch vor der Bundestagswahl, finden in NRW Kommunalwahlen statt.
Die Bürger entscheiden dann wieder über ihren Stadtrat und die Ratsmitglieder. Und so hängt auch Bochum schon seit Wochen voller Wahlplakate, und die dann wahrscheinlich gleich nach der Kommunalwahl gegen die Plakate für die Bundestagswahl ausgetauscht werden.
Jetzt hat der WDR extra ein Stimmungsbild für die Kommunalwahl erstellen lassen (=>zur Umfrage) laut der vor allem die kleinen Parteien profitieren können und wohl deutliche Stimmzuwächse erwarten können.
Leider ist Bochum bei dieser Umfrage nicht gesondert aufgeführt, bin aber mal gespannt wie das rote Bochum nach der Wahl aussieht. In Bochum war die SPD bisher gefestigt und regiert schon seit Jahrzehnten, doch die Vorgänge in der letzten Zeit könnte dies vielleicht ändern.
Vor allem die Krisennachrichten um Nokia und Opel, für die der Stadtrat allerdings nicht wirklich etwas kann, haben die Bochumer schon geschockt, bzw. viele Menschen zittern einfach um ihre berufliche Existenz.
Hinzu kam die Peinlichkeit, dass man die Loveparade absagen musste. Nicht das es mich groß stört, schließlich bin ich nicht gerade ein Verfechter dieser Musik. Jedoch ist es schon blamabel wenn Bochum nicht in der Lage ist einen solchen Event auszurichten besonders wenn man sich vorher für die Austragung bewirbt. So stand Bochum wieder in Licht der Öffentlichkeit, und wieder war es nicht positiv. Vor kurzem kam dann noch der „Baustopp“ für das Konzerthaus. Eigentlich sollte dies ein Projekt für die Kulturhauptstadt 2010 sein, doch nun ist es fraglich ob das Konzerthaus überhaupt noch gebaut wird. Von einer rechtzeitigen Fertigstellung ganz zu schweigen. Auch hier blamierte sich der Stadtrat und die Oberbürgermeisterin wieder. Doch wer meint das wäre alles was man verbocken kann, der täuscht sich. Neben diesen Kleinigkeiten kommen auch noch weitere finanzielle Probleme. Zum einen ist der Haushalt so desaströs, dass der Bochumer Rat seinen Haushalt jetzt in Arnsberg genehmigen lassen, und man 100 Millionen Euro bis zum Jahr 2015 einsparen muss. Zudem kamen jetzt Fälle ans Licht bei der die Stadt Bochum ihre offenen Rechnungen nicht gezahlt hat.
Und selbst das ist noch nicht alles. Vor kurzem wurde vom Landesrechnungshof bemängelt, dass es beim Bau der Westtangente (NS7) zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. So kann die Stadt Bochum Rechnungen in Höhe von 35 Millionen Euro nicht mehr nachweisen. Geht es nach dem Landesrechnungshof müsste Bochum diese 35 Millionen Euro ans Land zurück überweisen, da es sich hierbei um Zuschüsse der Landesregierung gehandelt hat.
Schon beim Bau und der Ausschreibung gab es Probleme da die Stadt Bochum gegen Vergabevorschriften verstoßen hat. Ein ähnliches Debakel gab es auch bei dem nun wieder zurückgenommenen Cross-Boarder-Leasing des Kanalnetztes. Auch hierbei handelt es sich nun nicht mehr um Kleinigkeiten und Peinlichkeiten.

Man wird sehen ob in Bochum weiterhin gewohnheitsmäßig SPD gewählt wird, oder ob die Bochumer sich endlich gegen solche Zustände des Filzes wehren.