Flurwoche im Mondpalast

Wie schon erwähnt war ich gestern im Mondpalast in Wanne Eickel wo das Stück Flurwoche aufgeführt wurde. Der Mondpalast ist, was man wohl umgangssprachlich ein Volkstheater nennt.

Hier werden Stücke aufgeführt die sich natürlich rund um die Region, also dem Ruhrpott drehen.
Das Stück Flurwoche wirft dabei einen humoristischen Blick auf das eigentlich ernsthafte und wichtige Thema Integration.

Ein Mietshaus irgendwo in Wanne-Eickel. Man sieht dem Altbau an, dass hier schon viele Generationen ihr Leben verbracht haben und der Zahn der Zeit kräftig genagt hat. Hier wohnen die verschiedensten Randgruppen des Ruhrgebiets – von Multikulti-Idylle keine Spur!
„Dat vermiest mir die ganze Flurwoche!“, schimpft Sonja Buschmann und meint damit die rostigen Drahtesel, die ihr Nachbar mit dem unaussprechlichen Namen immer anschleppt und im Hausflur abzustellen pflegt. Und da der Pole ist, kann er die ja nur geklaut haben und die heißblütige Südländerin hat sowieso verdächtig oft Männerbesuch. Neun Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, leben in einem typischen Revier-Mietshaus aneinander vorbei, pflegen ihr festes Vorurteil über die anderen und gehen sich so sehr auf den Wecker, dass aus einer harmlosen Flurwoche ein handfester Flurschaden wird. Doch damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende.
Quelle: Mondpalast.com

Wie oben schon erwähnt wird in diesem Stück ein Licht auf die Vorurteile geworfen. Und Vorurteile gibt es schließlich genug. Egal wer, alle bekommen ihr Fett weg, ohne das es wirklich boshaft wird. Neben den schon oben erwähnten Charakteren gibt es noch die kopftuchtragende Türkin die mit Niemanden spricht, den sentimentalen Homosexuellen der von Dirk Emmerich wirklich großartig gespielt wird, die Russlanddeutsche, den PC Freak und den unangepassten Buckligen (ebenfalls großartig, von Martin Zaik aufgeführt wird).
Anfänglich doch etwas platt und mit Witzen die man schon kennt versehen, entwickelte sich das Stück im laufe des Abends doch immer mehr.
Gerade nach der Pause gewinnt das Stück an Dynamik, wenn die Hausbewohner enger zusammenrücken müssen weil das Wohnhaus verkauft werden soll, und alle um ihre Wohnungen bangen. Mit der Zeit werden dann auch die Vorurteile aufgelöst und das Stück lenkt die Aufmerksamkeit auf die Schicksale der Charaktere.
Alles in allem war es ein gelungener und lustiger Abend, und die stehenden Ovationen des Publikums waren verdient.