Ein bißchen Krieg

Heute hat der Bundestag den Einsatz der Bundeswehr in Syrien beschlossen. Und während man sonst eine halbe Ewigkeit benötigt um im Bundestag Beschlüsse zu fassen wurde dieser Einsatz in Rekordzeit beschlossen was doch etwas fragwürdig ist. Ein wenig mehr Bedenkzeit für die Abgeordneten um sich genauer mit der Thematik zu beschäftigen hätte nicht wirklich geschadet. Die Dringlichkeit wurde vor allem mit der Solidarität zu Frankreich nach den Terroranschlägen begründet, doch ob die jetzt gewährte Unterstützung von 6 Aufklärungsflugzeugen sowie einer Fregatte dringend in Syrien benötigt wird wo bereits Russland, die USA, Frankreich, die Türkei und Großbritannien aktiv sind zweifel ich mal stark an. Stattdessen schließt sich Deutschland einer Koalition an dessen einziges Konzept ist alles wegzubomben wo man den  IS findet bzw. vermutet. Und selbst dabei verfolgen alle Parteien unterschiedliche Ansätze. Die einen wollen Assad an der Macht halten, die anderen ihn unbedingt stürzen. Und so kocht jeder sein eigenes Süppchen um seine Ziele zu erreichen. Und jetzt soll sich die Bundeswehr also auch noch daran beteiligen. Mir ist durchaus bewusst, dass man den IS nicht mit Sozialarbeitern zu Leibe rücken kann, und ich würde einen generellen Einsatz der Bundeswehr gegen den IS auch nicht ablehnen. Doch dann sollte dies auch mit einem gescheiten Konzept ausgestattet sein wie man den IS militärisch bekämpft und vor allem was mit Regionen geschehen soll aus denen man den IS vertrieben hat. Was möchte man dort anstelle für staatliche Strukturen installieren, wer sorgt dort für die Sicherheit. Das derzeitige Vorgehen jedenfalls kommt mir noch planloser vor als das Engagement in Afghanistan. Und wozu das bisher geführt hat kann man ja auch fast täglich in den Nachrichten sehen.