Kochbücher

Habe mir vor einiger Zeit mal zwei Kochbücher zugelegt und bin sehr zufrieden damit. Beide eignen sich auch für Anfänger und beginnen mit Basiswissen. Wie verarbeitet man bestimmte Produkte und worauf ist zu achten. Bei dem blauen Kochbuch wird auch noch ausführlicher darauf eingegangen. Die Rezepte die ich bisher daraus entnommen habe ließen sich gut umsetzen. „Das blaue Kochbuch“ ist noch umfangreicher als das von GU und enthält zusätzlich zu den Rezepten auch ein Kapitel über die richtige Ernährung und was bei bestimmten Krankheiten bei der Ernährung zu beachten ist.
Kochbücher photo 20170225_121611_zpsh7ygiqmm.jpgIch bin mit beiden Büchern sehr zufrieden und werde sicher noch einige der dort darin enthaltenen Rezepte ausprobieren.

Castro -Reinhard Kleist

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Kurzbeschreibung: In dieser Graphic Novel beschäftigt sich Reinhard Kleist mit Kuba, einem der letzten Außenposten des real existierenden Sozialismus. Genauer gesagt mit dem „Maximo Lider“ der Revolution: Fidel Castro. Gewohnt kunstvoll erzählt und mit kraftvollem, vitalem Strich nähert sich Reinhard Kleist in seiner Biografie „Castro“ dem umstrittenen Revolutionär und Politiker und hält dessen bewegtes Leben und seine politischen Ideen und Ideale ebenso facettenreich fest wie deren Folgen für die kubanische Gesellschaft.

Quelle: Amazon.de

Von dem Buch habe ich von einem befreundeten Blogger gehört und ich fand es spannend eine Biografie in Form eines Cartoons zu erzählen. Und da mir der Autor Kleist bereits ein Begriff war und der für hochwertige Catoons steht habe ich nicht lange überlegt und mir das Buch geholt. Die 288 habe ich förmlich verschlungen und ja es ist nicht nur eine tolle Idee die Biografie so zu erzählen sondern wirklich sehr gelungen. Na klar kann man das Leben eines Mannes der die Weltpolitik beeinflusst hat und der so viele Facetten aufweist nicht lückenlos aufarbeiten, sondern die Kunst besteht darin es kurz zu fassen und dennoch die wichtigen Dinge zu erzählen. Und das gelingt Kleist wirklich sehr eindrucksvoll. In Castro wird die Lebensgeschichte vom fiktiven Fotoreporter Karl Mertens aus Deutschland, der Ende der 50er Jahre nach Kuba kam um Castro zu interviewen. Dort verliebt er sich in eine Kämpferin und bleibt um die Revolution zu begleiten und sich ihr anzuschließen. Was ich besonders gut finde ist, dass zum einen auch über die Jugendjahre von Castro berichtet wird und wie er sich anfänglich als Kämpfer für die Unterdrückten engagiert hat. Und auch wie aus der guten Sache der Revolution das System immer mehr zu dem wird wogegen man sich anfänglich erhoben hat. Eine erstaunliche Leistung all dies in einem Cartoon zu verpacken. Es ist ein differenziertes Bild von Castro entstanden und eine Biografie die Spaß macht zu lesen eben weil es auch sehr unterhaltsam ist. Natürlich ist es keine umfassende Biografie dennoch kann ich dieses Buch nur wärmstes empfehlen.

Reichtum ohne Gier – Sahra Wagenknecht

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Kurzbeschreibung: »Es ist Zeit, sich vom Kapitalismus abzuwenden«, sagt Sahra Wagenknecht. Denn der Kapitalismus ist längst nicht mehr so innovativ, wie er sich gibt. Bei der Lösung der großen Zukunftsfragen – von einer klimaverträglichen Energiewende bis zu nachhaltiger Kreislaufproduktion – kommen wir seit Jahrzehnten kaum voran. Für die Mehrheit wird das Leben nicht besser, sondern härter.
Quelle: Amazon.de

Also gleich vorweg ich gehöre ganz sicher nicht zu den Fans von Sahra Wagenknecht, doch dieses Buch wurde öfters positiv erwähnt und so wollte ich mir selbst einen Eindruck verschaffen.
Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt. Zum Anfang erfolgt eine Analyse unseres derzeitigen Wirtschaftssystems.
Im zweiten Teil zeigt sie auf wie sie sich die Wirtschaft der Zukunft vorstellt.
Im ersten Teil kritisiert Wagenknecht die Versprechungen des Kapitalismus die eben nicht gehalten werden. Viele dieser Thesen kann ich nachvollziehen und teile auch ihre Kritik daran. Und ein Blick in die Geschichte aus der man sehen kann wie gewisse Mogule zum Beispiel in den USA zu ihrem Vermögen gekommen sind zeigt, dass ein reiner Kapitalismus für 99% der Menschen wirklich nicht wünschenswert ist. Denn dort setzt sich ausschließlich der Stärkste durch und unterjocht anschließend alles was ihm gefährlich werden kann. Dies hat dann nichts mehr mit einem Wettbewerb und Marktwirtschaft zu tun. Und auch zum Beispiel die Maxime des ewigen Wachstums im Kapitalismus ist einfach nicht haltbar. Nichts kann ewig wachsen.
Es gibt vieles was Wagenknecht aufzählt und dem man zustimmen kann.
Im zweiten Teil gibt es dann aber doch Dinge wo ich mir denke, dass dies nicht wirklich zum Erfolg führt. Gerade was die Sache mit dem vererben von Unternehmen angeht. Ich persönlich glaube, dass die soziale Marktwirtschaft die wir in den letzten Jahren immer weiter abgebaut haben und uns Richtung reinem Kapitalismus geöffnet haben eher die Lösung ist.
Das freie wirtschaften und dazu einen Staat der Regeln und Grenzen setzt, sowie die entsprechende Ausgleichs des Staates um die „schwächeren“ der Gesellschaft zu unterstützen und zu schützen. Dazu auch Bereiche (wie zum Beispiel Bildung, Straßen, Wasser usw.) die frei zugänglich (was nicht gänzlich kostenfrei meint) für alle Menschen offen stehen müssen und die nicht dazu gedacht sind um Profite zu erwirtschaften die dann halt vom Staat bewirtschaftet werden.
Dazu muss man aber nicht alles umkrempeln, sondern sich einfach auf die soziale Marktwirtschaft zurück besinnen.
Alles in allem ist das Buch aber sehr interessant geschrieben und regt zum nachdenken an. Man muss auch nicht die Überzeugung Wagenknechts teilen, doch ein Blick auf ihre Thesen lohnt sich dennoch.
Von daher kann ich es wirklich empfehlen, zumindest wenn man sich für Wirtschaftspolitik interessiert.

Ausbildung der Fahrzeugführer gemäß ADR 2015 Auffrischungsschulung – Frank Rex

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Das aktuelle Buch für den Auffrischungskurs, d.h. für die Verlängerung des ADR Scheins. Es ist halt ein Sachbuch und die Thematik entsprechend trocken. Zur Vorbereitung für den entsprechenden Test ist es jedoch gut geeignet denn wichtige Passagen sind durch farbige Markierungen entsprechend gekennzeichnet. Das Buch ist in acht Themensektoren aufgeteilt plus entsprechende Anhänge und kommt somit auf 424 Seiten.
Was mir wirklich gut gefallen hat ist, dass es nach jedem Themensektor noch einmal eine entsprechende Zusammenfassung mit den wichtigsten Infos gibt.
Zudem gibt es nach jedem Themensektor noch Testfragen um selbst zur Selbstüberprüfung die auch zur Vorbereitung auf den IHK-Test sehr gut geeignet sind. Wer diese Fragen ohne Schwierigkeiten beantworten kann braucht vor der IHK- Prüfung keine Angst zu haben.

Mörderischer Mistral – Cay Rademacher

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Kurzbeschreibung: Von der Frau verlassen und in die Provinz versetzt: Capitaine Roger Blanc steht vor den Trümmern seines Lebens. Bis vor Kurzem war er erfolgreicher Korruptionsermittler in Paris, doch dabei ist er mächtigen Leuten auf die Füße getreten. Und so findet er sich bald allein in seiner neuen Behausung in der Provence wieder, einer verfallenen Ölmühle, die ihm vor Jahren ein Onkel vermacht hatte.
Aber bevor Blanc sich im kleinen Ort Gadet nur ein wenig zurechtfinden kann, wird ihm ein Mordfall zugewiesen. Unversehens verfängt sich der Capitaine in einer Intrige, die ihn tiefer in die Strukturen seiner neuen Heimat führt, als ihm lieb ist. Und auch an seine neuen Kollegen muss er sich erst gewöhnen: an seinen Partner Marius, der sich mehr für Rosé interessiert als für die Arbeit. An die temperamentvolle Computerspezialistin Fabienne, die überall hinzugehören scheint, nur nicht in dieses verschlafene Städtchen. Und an die so gefürchtete wie attraktive Untersuchungsrichterin Aveline Vialaron-Allègre, die ausgerechnet mit ebenjenem Politiker verheiratet ist, der Blancs Karriere ruiniert hat.
Quelle: Amazon.de

Nachdem ich diesen Roman in einem Bücherpaket bei Lovelybooks.de gewonnen habe, war ich natürlich gespannt was mich erwartet. Denn mir war weder das Buch noch der Autor bekannt. Und das Buch lies sich wie im Guss lesen und ich haben es für meine Verhältnisse schnell durch gehabt. Liegt aber auch daran, dass es mit 271 auch sehr nicht so umfangreich ist. Es sind jedoch genügend Seiten um darauf einen spannenden Krimi entstehen zu lassen und die Charaktere zu beschreiben. Hauptakteur ist natürlich der Capitaine Roger Blanc der aus Paris in die Provence strafversetzt wurde ohne zu wissen warum. Dazu kam dann auch noch die Trennung von seiner Ehefrau. Und so muss er sich alleine in der neuen Heimat einfinden und merkt, dass es in der Provinz anders zugeht als in Paris. Rademacher beschreibt die Charaktere und die Landschaft mit ihren Eigenarten toll und man findet sich gut ein. Vor allem wünscht man sich bei den Beschreibungen selbst dorthin um einmal die Landschaft zu sehen und Wein und Speisen selbst zu probieren. Allerdings wird einem auch schnell klar worauf die Geschichte hinausläuft was etwas schade ist denn ich hätte gerne länger gerätselt wer der Täter ist. Auch das „actionreiche“ Finale fand ich dann etwas zu viel des Guten. Gerade weil es vorher einfach ein solider Krimi war bei dem die Ermittler halt normal ihre Arbeit erledigten. Da passte das Ende irgendwie nicht so wirklich zum Rest der Geschichte. Doch trotz allem ein guter Krimi und ich bin gespannt wie es weiter geht und hoffe, dass Rademacher auch die Geschichte der mysteriösen Strafversetzung weiter erzählt und in den folgenden Bänden weiterhin darauf eingegangen wird.

Nachts ist es leise in Teheran – Shida Bazyar

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Kurzbeschreibung: Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier unvergessliche Stimmen. Aufwühlend und anrührend erzählt Shida Bazyar die Geschichte einer iranisch-deutschen Familie, die ihren Anfang 1979 in Teheran nimmt und den Bogen spannt bis in die deutsche Gegenwart.
Quelle: Klappentext

Ich hatte einen Beitrag in der TAZ über dieses Buch gelesen und so habe ich gleich den Wunsch gehabt es zu lesen. Das Buch beschreibt die Geschichte einer Familie aus der Sicht von vier verschiedenen Familienmitgliedern. Die Geschichte beginnt 1979 während der islamischen Revolution im Iran in der Behsad auf Seiten der Kommunisten für die Freiheit und gegen das System des Schahs kämpft. Doch anstelle von Freiheit übernimmt der Ayatollah die Macht und errichtet einen grausamen Gottesstaat in dem alle politisch unliebsamen verhaftet, gefoltert und getötet werden. Das zwingt Behsad mit seiner Familie zur Flucht nach Deutschland. Die anfänglichen Jahre im deutschen Exil werden dann aus der Sicht seiner Frau Nahid beschrieben, die für mich beste Passage im Buch. Denn während mir die Charaktere anfänglich fremd geblieben sind beschreibt Bazyar in diesem und im folgenden Abschnitt, in dem es aus Perspektive von Laleh der Tochter geht, sehr mitfühlend. Das fremd sein in einem Land auch wenn man sich alle die größte Mühe geben sich anzupassen. Das vermissen der im Iran zurückgelassenen Verwandten und Freunde. Und auch die große Sorge um eben diese. Und während es im Abschnitt aus Sicht von Nahid vor allem darum geht wie schwer es für die Familie ist sich anzupassen bzw. sich in die Gewohnheiten der neuen Heimat einzufinden und dem bemühen alles richtig zu machen, ist es im Abschnitt von Laleh vor allem das Gefühl zwischen den Stühlen zu sitzen. Laleh wird in Deutschland als Ausländerin gesehen, aber bei einem Besuch bei den Verwandten in Teheran merkt sie, dass sie auch dort nicht wirklich dazu gehört. Sie ist halt anders als ihre gleichaltrigen Verwandten. Am meisten beeindruckt hat mich aber vor allem eine Passage aus dem Abschnitt von Laleh in dem der ganze Schmerz der Eltern von Bashed zum Ausdruck kommt. Die Freude über das Wiedersehen von Schwiegertochter und  Enkeln, aber vor allem auch der tief sitzende Schmerz eben diese all die Jahrzehnte nicht gesehen zu haben und nicht an deren Leben teilhaben zu können. Obwohl dies nur in wenigen Sätzen beschrieben wird war es doch herzzerreißend und für mich die stärkste Stelle im Buch. Mich hat das Buch begeistert, vor allem die Idee die Geschichte der Familie aus den unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen. Schade nur, dass der Anfang doch etwas zäh war und zumindest mir dort die Charaktere doch distanziert blieben. Trotzdem ein sehr lesenswertes Buch da es im Verlauf immer besser wurde.

Der Jakubijân Bau – Alaa Al-Aswani

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Kurzbeschreibung: Die Armen wohnen oben, auf dem Dach, in kleinen Kabüffchen, die ursprünglich als Abstellkammern konzipiert waren. In den Stockwerken darunter geht es weniger knapp zu. Dort hat ein durch die Revolution von 1952 teilenteigneter Grundbesitzer sein Büro mitsamt Liebesnest, ein Chefredakteur seine Wohnung, ein Neureicher das Domizil für seine Zweitfrau und haben viele Ungenannte ihr ganz normales Zuhause. Auf vielfältige Weise verweben sich die Leben der Bewohner. Das Haus wird zum Mikrokosmos für Ägypten.

Quelle: Amazon.de

Anfänglich wusste ich nicht ob ich mir dieses Buch überhaupt zulegen soll, denn es war mir völlig unbekannt. Doch ich muss sagen, dass ich es nicht bereut habe es zu lesen denn es gewährt einen guten Einblick in die ägyptische Gesellschaft. Al-Aswani beschreibt die verschiedensten Charakter die alle in diesem einen Haus in Kairo wohnen und deren Leben nicht verschiedener sein könnte. Da haben wir Taha den Sohn des Türhüters der trotz bester Noten nicht zur Polizeiakademie gehen kann einfach weil er nur der Sohn eines Türhüters ist. Und so gerät er langsam aber sicher in die Arme von Islamisten. Al-Aswani schreibt über viele Tabuthemen wie Homosexualität, die Pseudomoral einiger Prediger, die Unterdrückung der Frauen und die grassierende Korruption ohne die man so gut wie nichts erreichen kann. Das ganze beschreibt er durch seine Charakter so gekonnt und leicht, dass man das Buch tatsächlich  für einen beliebigen Roman halten könnte. Doch Al-Aswani zeigt die bittere Realität die in Ägypten herrscht und die dieses Land lähmt und jungen Menschen so gut wie keine Hoffnung gibt. Al-Aswani zeigt ein Ägypten abseits des Tourismus und man erkennt warum gerade die jungen Leute damals gegen die Regierung auf die Straße gegangen sind was schlussendlich zum Ende von Mubarak geführt hat. Gleichzeitig zeigt es aber auch warum sich diese „Revolution“ am Ende doch nicht durchgesetzt hat. Für alle die einmal in diese nahöstliche Gesellschaft eintauchen möchte kann ich diesen Roman nur empfehlen. Eine Beschreibung der Gesellschaft in einem angenehm zu lesenden Roman.

Der Vorleser -Bernhard Schlink

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Kurzbeschreibung: Der 15-jährige Gymnasiast Michael Berg lernt Ende der 1950er Jahre in Heidelberg Hanna Schmitz kennen. Die 20 Jahre ältere Straßenbahnschaffnerin kümmert sich um ihn, als ihm, an Gelbsucht erkrankt, auf dem Nachhauseweg übel wird. Wieder gesund besucht er sie und erlebt mit ihr seine erste Liebe. Bald entwickelt sich während der heimlichen Treffen in ihrer Wohnung ein Ritual, das der zunächst rein körperlichen Beziehung eine seelische Dimension gibt: Michael muss Hanna, über deren Vergangenheit er nur wenig erfährt, stets vor dem Liebesakt vorlesen.
Eines Tages verschwindet Hanna spurlos aus der Stadt. Erst Jahre später sieht er sie als Jurastudent in einem Auschwitz-Prozess wieder, wo sie mit anderen ehemaligen KZ-Aufseherinnen unter Anklage steht. Im Gerichtssaal findet Michael die lang gesuchte Erklärung für Hannas ungeschickte Verteidigung und für viele ihrer Handlungen.

Quelle: Amazon.de

Nach dem ich den Film schon vor Jahren gesehen habe, hatte ich mir vorgenommen auch das Buch von Bernhard Schlink zu lesen. Nun bin ich endlich dazu gekommen und auch wenn ich die Geschichte bereits durch den Film kannte, habe ich es nicht bereut es zu lesen. Schlink schreibt ohne große Schnörkel, klar und einfach. Doch trotz der klaren Sprache ist das Buch nicht im geringsten simpel sondern beschäftigt sich mit Schuld, Verrat und Würde auseinander. Die Frage ob man Mitleid mit dem zweiten Hauptcharakter Hanna haben darf die so viel Schuld auf sich geladen hat steht für mich dabei eigentlich im Vordergrund. Dabei beschreibt Schlink alles sehr sachlich und eigentlich sogar eher distanziert und lässt den Leser sich seine eigene Meinung bilden. Das Buch regt seinen Leser zum eigenständigen Denken an weswegen ich das Buch als äußerst anregend empfand und es deswegen auch uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Und auch wenn man den Film bereits gesehen hat lohnt sie die Lektüre des Buchs uneingeschränkt einfach weil man noch tiefer in die Geschichte eintauchen kann.

Der Klassenfeind – Marc Hofmann

Der Klassenfeind

Kurzbeschreibung: Gymnasiallehrer Harry Milford hat viele Probleme und ein Ziel: Frühpensionierung. Als ihm eine Referendarin den Kopf verdreht, glaubt er kurz, alles wird gut. Ein grandioser Irrtum. Marc Hofmann, Lehrer und Kabarettist, seziert den Wahnsinn zwischen Schule und Kleinfamilienhölle messerscharf, böse – und irre lustig.

Quelle: Klappentext

Ich habe den Autor bei einer Lesung in Freiburg gehört und mir das Buch aus dem er gelesen hat, wie dieses Exemplar gekauft. Das Buch lässt sich fix lesen und ist mit knapp 250 Seiten ja auch nicht sehr umfangreich. Marc Hofmann beschreibt die Hölle der Kleinfamilie mit ihren zerbrochenen Träumen recht humorvoll, und hält sich auch nicht mit Kritik an der heutigen Schülergeneration zurück. Es als irre lustig zu bezeichnen geht aber doch zu weit. Klar habe ich an der ein oder anderen Stelle auch geschmunzelt aber so wahnsinnig lustig war es dann doch nicht. Vielleicht muss man auch Lehrer bzw. Refrendar sein um es noch lustiger zu finden da man sich dann wahrscheinlich noch mehr in den Hauptcharakter Harry Milford herein versetzen kann. Ich werde es mal an eine Freundin weitergeben die selbst Lehrerin ist und sie fragen ob sie sich vor Lachen hat halten können. Wie schon geschrieben ist es eine Lektüre die man einfach mal so zwischendurch lesen kann und die ein wenig amüsiert. Aber unbedingt gelesen muss man das Buch nun wirklich nicht. Da gibt es andere Bücher die ich schon eher empfehlen würde.

Adressat unbekannt -Kressmann Taylor

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Kurzbeschreibung: Der Deutsche Martin Schulse und der amerikanische Jude Max Eisenstein betreiben in den USA eine gut gehende Kunstgalerie. 1932 entscheidet sich Schulse, mit seiner Familie nach Deutschland zurückzukehren. Eisenstein betreibt die gemeinsame Galerie in San Francisco weiter. Die beiden Männer bleiben in Kontakt und tauschen sich in ihren Briefen über Berufliches und Privates aus. Zunächst scheint die Freundschaft nicht unter der räumlichen Trennung zu leiden.

Quelle: Amazon.de

Um es gleich vorweg zu sagen. Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen einfach weil es mich gefesselt hat. Ein Buch welches beklemmender nicht sein kann und zeigt wie schnell eine Freundschaft zerfallen kann. Schluse wird nach seiner Rückkehr nach Deutschland zum Nationalsozialist der keinerlei Mitgefühl mit seinen jüdischen Freunden  und schnell von der Ich-Perspektive in eine Ihr und Wir Argumentation verfällt. Und vor allem das mangelnde Mitgefühl mit den Menschen. Die Opfer der Nationalsozialisten sieht Schulse erst als notwendiges Übel an, dann steht er sogar dazu. Das er am Ende seiner eigenen Ideologie zum Opfer fällt, und Eisenstein sich mit seinen Worten zur Wehr gegen die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus setzt macht das Buch umso beklemmender. Bemerkenswert ist jedoch das Erscheinungsjahr des Buches das bereits 1938 veröffentlicht wurde. Schon zu diesem Zeitpunkt wusste man also auch bereits in den USA um das Schicksal der Juden und anderer verfolgter Gruppen was mancher Deutscher selbst nach Kriegsende nicht gewusst haben wollte. Die Autorin schafft es die Stimmung in Deutschland nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten auf 60 Seiten so kompakt zusammenzufassen wie kaum ein anderer, und das obwohl sie auf der anderen Seite des Atlantiks lebte. Ein absolutes must-read Buch!!