Die Selbstmordschwestern – Jeffrey Eugenides

Kurzbeschreibung
Anfang der siebziger Jahre, in einer von Ulmen gesäumten Vorstadtstraße Nordamerikas, richten sich die Blicke einer Schar junger Männer auf ein Haus. Es ist das Haus der Familie Lisbon mit ihren fünf schönen Töchtern: der gescheiten Therese, der pingeligen Mary, der asketischen Bonnie, der scharfen Lux und der blassen, lammfrommen Cecilia. Als sich die jüngste von ihnen aus dem Fenster stürzt, im Sommer, der Zeit der Schlammfliegen, beginnt das „Jahr der Selbstmorde“, das die in Baumhäusern, auf Dächern und auf Kühlerhauben versammelten Beobachter für immer verändern wird.
Quelle: Amazon

Ich bin eher zufällig auf das Buch gestoßen da ich erst durch den Film (The Virgin Suicide von Sofia Coppola) davon erfahren habe. Der Film hinterließ einen tiefen Eindruck bei mir, und so hatte ich mir eigentlich immer vorgenommen auch  das Buch zu lesen. Doch wie es so ist geriet es dann wieder in Vergessenheit. Doch dann bin ich bei bookcrossing auf das Buch gestoßen.
Eigentlich steht die Geschichte schon fest. Der Titel sagt ja bereits so gut wie alles aus, und auch die Infos auf dem Klappentext verraten einem zu deutlich was sich in dieser Geschichte ereignet. Trotzdem zieht einen das Buch in seine Bann. Zum einen weil Eugenides einen wunderschönen Schreibstil hat der einen die Geschichte mitfühlen lässt und desweiteren weil man einfach wissen möchte was denn zu diesem großen Drama führt.
Warum haben sich die 5 jungen Menschen aus einer konservativen, gläubigen Familie aus der amerikanischen Mittelschicht das Leben genommen?
Die Geschichte wird von Jungs aus der Nachbarschaft erzählt. Sie haben das Leben der Lisbons verfolgt und berichten nun wie es dazu kam. Doch was wirklich in den Köpfen der 5 Mädchen vor sich ging wird niemals offenbart. Eugenides lässt uns die Mädchen genau so betrachten wie es alle anderen getan haben. Niemand konnte je ihre wahren Gedanken und Gefühle erfahren, doch trotzdem haben alle die mit den Mädchen zu tun hatten eine bleibende Erinnerung an sie. So haben sie das Leben zahlreicher Menschen unbewusst beeinflusst, doch ihre Empfindungen sind für alle ein Geheimniss.
Alle starren auf die Lisbons, doch keiner sieht das Offensichtliche. Und selbst der langsame Zerfall des Hauses wird zwar zur Kenntnis genommen doch einfach ignoriert. Wie eigntlich alles um den Lisbons herum im Zerfall liegt. Die Ulmen der Straße werden nach und nach gefällt weil sie krank sind und auch nicht mehr zu retten sind. Der See in der Nähe wird von Algen befallen und Schlammfliegen kommen alljährlich im Sommer.
Es ist etwas schwierig sich in die Zeit einzufinden in der bei manchen  RockNRoll als Satanszeug galt und auch sonst andere Wertevorstellungen herrschten.
Trotzdem lässt sich das Buch gut lesen und fesselt einen. Gerade die tief traurigen und schockierenden Stellen sin brilliant geschrieben.
Ich kann beides (Buch und Film) nur wärmstens empfehlen. Sofia Coppola hat in The Virgin Suicide eine sehr gekonnte Umsetzung von Buch zu Film geschafft, wenn auch nicht 1:1.
Gerade deshalb empfehle ich erst den Film zu schauen und anschließend das Buch zu lesen. Dann kann man im Buch auch noch sehr viele neue Dinge entdecken.

0 Gedanken zu “Die Selbstmordschwestern – Jeffrey Eugenides

  1. Ich hab schon „Middlesex“ von Eugenides gelesen, das auch sehr eindrücklich ist, und hatte mir das von dir beschrieben auch schon zu lesen überlegt (im Original natürlich ;)) – das mit dem Film ist auch eine gute Idee. Übrigens kommt jetzt dann gerade eine Verfilmung eines anderen Romans in die Kinos, „Atonement“ von Ian McEwan. Da kenne ich das Buch schon, werde mir den Film aber trotzdem oder erst recht anschauen gehen.

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  2. Na dann wirst du ja sicher in deinem blog darüber berichten. Ich bin gespannt.
    The Virgin Suicide ist wirklich gut gemacht. Wieder einmal die kombination Sofia Coppola hinter und Kirsten Dunst vor der Kamera.

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  3. Buch und Film „The Virgin Suicides“ finde ich beide grandios. Sie haben auch bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen.
    Obwohl ich das Buch schon vor längerer Zeit gelesen habe und dein Blog-Eintrag dazu auch nicht mehr ganz frisch ist, musste ich diesen Kommentar loswerden.

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