20 Jahre Mauerfall

Gestern habe ich mal so zwischendurch geschaut was das ZDF zum 20jährigen Mauerfall überträgt. Und was dort auf die Beine gestellt wurde, war dem Anlass entsprechend wirklich gut gemacht. Für ein so bedeutendes Ereignis in der deutschen Geschichte gehört eine solche Zeremonie einfach mit dazu. Eigentlich müsste auch der 9. November ein Feier- und Gedenktag in Deutschland sein, denn es gibt wohl kein Datum welches die deutsche Geschichte (im Positiven wie im Negativen) so sehr geprägt hat wie der 9.November.
Doch zurück zur Zeremonie rund um den Mauerfall. Die Zeremonie war wirklich gelungen, doch egal wie bombastisch so ein Event aufgezogen ist, die Gänsehautstimmung von den Originalbildern kann es trotzdem nicht erzeugen. Denn die Originalbilder bewirken genau das bei mir. Der Mauerfall ist ein historisches Ereignis über welches sich jeder Deutsche freuen können sollte.
Leider wird, 20 Jahre danach, mehr über die Probleme der deutschen Einheit diskutiert anstelle über das, was dort am 9. November 1989 alles erreicht wurde. Klar sollte man die Fehler und Probleme nicht totschweigen, doch sollte man nach Lösungen dafür suchen, und nicht denjenigen verfallen die die DDR nun verharmlosen und verklären wollen.
Die DDR war ein Unrechtsstaat der seine Bürger eingesperrt und elementarer Rechte beraubt hat. Und es war auch kein soziales Paradies, wie es gewisse gesellschaftliche Kreise heute gerne versuchen hinzustellen.
Die Deutschen können glücklich sein, dass man sich nach 1945 auch 1989 einem totalitären System entledigen konnte, und dies ohne Blutvergießen. 1989 haben viele mutige Menschen für ihre Rechte gekämpft, und dadurch die Teilung Deutschlands überwunden.
Heute gilt es diese Werte und erkämpften Rechte gegen totalitäre Ideologien zu verteidigen und zu bewahren.

0 Gedanken zu “20 Jahre Mauerfall

  1. Es kam immer nur das 20 Jahre alte Material des doch ziemlich konservativen Mainzer Senders. Aber ich kann mich erinnern, dass Hajo Friedrichs und Sabine Christiansen bei den Tagesthemen im Sommer 89 auch ziemlich für Stimmung gesorgt und ein blutiges Ende der Proteste durchaus in Kauf genommen haben.

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  2. Im Grossen und Ganzen hast du schon recht, was du sagst, nur leider finde ich, dass auch zu gerne die Menschen vergessen werden, die mit dem Mauerfall (sprich plötzlich keine DDR mehr) nicht klar gekommen sind und es immer noch nicht kommen, selbst nach 20 Jahren. Frag jetzt nicht, auf welchem Sender es kam, aber es war ein paar Tage nach dieser ZDF Sendung, wo man Leute befragt hat, die den Mauerfall nicht so befreiend fanden. Die mit ihrem Leben gerade deshalb einfach nicht mehr zurecht kommen und absolut nicht wissen, was sie auf dem Erdball noch sollen. Und selbst das war echt berührend zu hören.

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  3. Natürlich geht es einigen vielleicht jetzt sogar schlechter als in der DDR. Und es gibt sicher auch tragische Beispiele. Es behauptet ja auch keiner, dass bei der Wiedervereinigung alles perfekt gelaufen ist. Man muss aber auch bedenken, dass es dafür keine Beispiele gab wie man es richtig macht. Zudem sind ja alle durch die Entwicklung in der DDR überrascht worden. Von daher war auch nur wenig Zeit da um die Wiedervereinigung vorzubereiten.
    Mir geht nur die Verniedlichung bzw. Verharmlosung dieses Unrechtssystems gegen den Zeiger.

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  4. Naja ehrlich gesagt waren wir wohl beide noch zu jung, um das wirklich beurteilen zu können. Weiss ja nun nicht, wo du aufgewachsen bist? Westen? Ich hab meine ersten Lebensjahre im Osten verbracht. Eingesperrt mit allem drum und dran. Aber mmh, als Kind, mir hat nichts gefehlt, kannte ja nichts anderes. Ich stimme dir zu, dass man nichts verherrlichen sollte, absolut nicht. Nur ist es nunmal Tatsache, dass nicht alles in der DDR schlecht war. Nur ein Beispiel, das ich erlebt habe. Schulsystem. In der DDR zu Höchstleistung angespornt, komme ich mit 12 Jahren in die Schweiz und gucke ins Buch und muss feststellen, dass ich das alles schon vor einem Jahr hatte und dazu noch viel ausführlicher. Und ehrlich, was in den ersten Jahren in der Schule an Strenge herrschte, war auf einmal nicht mehr da und joah „lernste mal, wenn de grad Lust hast“. War hart, damit zurechtzukommen. Musste somit auch erstmal lernen, dass ich für mich lerne und nicht für irgendeinen Staat.

    Ich hatte aber das Glück, relativ schnell zu merken, dass es auch anders geht. Aber viele im Osten hatten (und haben sie noch) Probleme, mit gewissen Dingen klar zu kommen. Mutter Statt hat damals alles für dich getan. Wenn du lieb warst zum Staat, warst du auch nicht allein. Darum vielleicht die etwas verständnislose Verniedlichung und Verharmlosung, um es mit deinen Worten zu sagen. Aber ich glaube nicht, dass sie damit das ganze System an sich meinen, sondern eben nur die Punkte, die vielen das Leben schon leichter gemacht haben damals. Oder sich schlichtweg einfach allein gelassen fühlen.

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