Der Fänger im Roggen – J.D. Salinger

Kurzbeschreibung: Falls Sie wirklich meine Geschichte hören wollen, so möchten Sie wahrscheinlich vor allem wissen, wo ich geboren wurde und wie ich meine verflixte Kindheit verbrachte und was meine Eltern taten, bevor sie mit mir beschäftigt waren, und was es sonst noch an David Copperfield-Zeug zu erzählen gäbe, aber ich habe keine Lust, das alles zu erzählen. Erstens langweilt mich das alles, und zweitens bekämen meine Eltern pro Nase je zwei Schlaganfälle, wenn ich so persönliche Auskünfte über sie geben würde. Sie sind in der Hinsicht sehr empfindlich, besonders mein Vater. Sie sind sehr nette Leute und so – ich sage nichts gegen sie-, aber höllisch empfindlich. Außerdem will ich nicht meine ganze verfluchte Autobiographie oder etwas Ähnliches schreiben. Ich will nur die verrückten Sachen erzählen, die sich letzte Weihnachten abspielten, bevor ich vollkommen zusammenklappte und hierher gebracht wurde, um mich zu erholen….
Quelle: Klappentext

Lange Zeit habe ich mir vorgenommen dieses Buch zu lesen, doch irgendwie kam immer etwas dazwischen. Vielleicht war es jetzt, aufgrund meines Alters, nicht mehr das gleiche Lesevergnügen wie es andere empfinden. Schließlich gilt das Buch als das Buch der Adoleszenzromane.
In der Geschichte von Salinger ist der Ich-Erzähler Holden Caulfield, 17, gerade wieder mal von einer edlen Privatschule geflogen weil er in fast allen Fächern nicht die erforderlichen Leistungen erbracht hat. Das liegt aber bei weitem nicht an mangelnder Intelligenz sondern nur an seinem völligen Desinteresse. Er macht sich früher als geplant auf den Weg nach Hause, doch da er angst hat seine Eltern mit seinem Herauswurf aus der Eliteschule zu konfrontieren treibt er sich in der Gegend herum und trifft verschiedene Personen.
Obwohl er bisher in seinem Leben noch nicht viel erreicht hat, hält er sich schon jetzt für besonders schlau, und meint die Welt gut zu durchschauen. Und wenn er in dieser Welt nicht besonders gut zurecht kommt, liegt das natürlich nicht an ihm, sondern an dieser Welt! Denn in der Welt, so meint er, ist alles verlogen und niederträchtig. Dabei übersieht er, dass sein Sozialverhalten starke Mängel aufweist, und er in Wirklichkeit zu tiefer gehenden sozialen Beziehungen nicht fähig ist. Auch wenn er Sympathie für irgendwem hegt, ändert sich dies sobald es sich nicht nach seinen Vorstellungen richtet. Nur für seiner Schwester empfindet er uneingeschränkte Liebe, da er in ihr die kindliche Unschuld sieht welche er zum Ideal hoch stilisiert. Er selbst jedoch kann seinen eigenen Ansprüchen an Ehrlichkeit, Liebe und Reinheit nicht entsprechen woher wohl auch sein Hass auf den Rest seiner Mitmenschen kommt. Und so ist sein größter Wunsch zumindest die Kinder vor der angeblichen Grausamkeit der Welt zu bewahren und zu beschützen.
Das Buch ist sehr interessant, allerdings hat es mich nicht annähernd so begeistert, mitgerissen und berührt wie andere Bücher. Die Erzählweise ist teilweise doch sehr zäh und monoton.

0 Gedanken zu “Der Fänger im Roggen – J.D. Salinger

  1. Das finde ich ja mal spannend, wie Du es siehst. Ich erinnere, das Buch mit 17 gelesen zu haben und es großartig gefunden zu haben. Aber als ich jetzt Deine Interpretation las, wusste ich sofort, was Du meinst.
    ich glaub, ich guck da auch mal wieder rein – ob ich es 30 Jahre später auch komplett anders empfinde. Wahrscheinlich….

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  2. Bei mir ist´s auch schon einige Jahre her, wie erwähnt.
    Und empfand es anfangs auch als öde. Ich hab mich dann mit dem Hype darum ein wenig beschäftigt. Und irgendwie hat es mich angesteckt.

    Irgendwas hat diese Erzählung… ich kann es nicht genauer beschreiben. Vielleicht die sture ICH-Sicht, das ungefilterte, authentische…. ich kann es nicht genau sagen…

    Stimmt schon, es ist ein Rebellenbuch was eher zum Heranwachsenden passt.

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  3. Lieblingsbuch, aber dafür muss man wohl schon selbst einmal ähnliches erlebt haben – Erzählstil eher mäßig, und doch Substand für Jahre vorhanden. Gibt auch eine gute Lesung auf You Tube von dem Buch. I like – LG

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  4. Das Buch war einen Teil des englisch-unterrichts. Ich habe Auszüge später gelesen und fand es sehr bezeichnend auch für eine gewisse jugend heute, deren „Sozialverhalten starke Mängel“ aufweisen – wie du über Caufield schreibst. Das würde ich vielleicht auch urteilen, wenn es einen vierzigjährigen ist, aber die Hauptfigur ist siebzehn und noch ein Kind. Sprachlich gesehen mag ich es gerne mit den türkischen Kanak-sprach-literaturen vergleichen und finde slang spannend auch wenn es verkümmerte Sprache ist der Tendenz der unendlichen Widerholung.
    Gruß Cuinck

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