Ein Sommer in Baden-Baden – Leonid Zypkin

Kurzbeschreibung: Ein Zug fährt durch die Nacht. Ein junger russischer Intellektueller ist auf dem Weg nach Leningrad. Er liest das Tagebuch von Anna Grigorjewna, der großen Liebe Fjodor Dostojewskis, und ist so gebannt, dass die Figuren zum Leben erwachen: Im Jahr 1867 reist das frisch verheiratete Paar nach Baden-Baden, dem Eldorado aller Spieler. Es folgt ein jahrelanger Grenzgang zwischen Dostojewskis begnadeter Vorstellungskraft und sadistischer Launenhaftigkeit, zwischen kreativem Schaffensrausch und lähmender Epilepsie.
Quelle: Amazon.de

Das der Autor sich mit Dostojewski auskennt, und diesen mehr als schätzt kann man bei Lektüre des Buchs mehr als feststellen. Allerdings ist dieses Buch eine wahre Herausforderung, denn auf den 238 Seiten befinden sich schätzungsweise nur fünf Punkte. Der Autor scheint den Punkt als Satzzeichen wohl abzulehnen, und reiht nur von Kommas getrennt die Sätze wie an einem Faden zusammen. Der Sprung zwischen den Aufzeichnungen Dostojewskis und des Bahnreisenden wird nur durch ein Bindestrich gekennzeichnet.
Und auch wenn dieser Stil große Beachtung findet, ist es für mich persönlich eher eine Qual. Man findet kein Satzende an dem man eine Pause machen kann (was wohl so beabsichtigt ist) und man verliert auch schnell die Orientierung. Ehrlich gesagt hat mich dieses Buch ermüdet und ich konnte ihm nichts abgewinnen.
Wenn die Welt schreibt „Wer bis jetzt noch keine Lust hatte, Dostojewski zu lesen, hat sie nach dieser Lektüre.“ muss ich leider sagen würde ich lieber kein Werk von Dostojewski lesen. Da ich dies jedoch auch schon habe sollte man sich die Lust an Dostojewski lieber durch seine eigenen Bücher holen als durch Zypkin.
Mich hat „Ein Sommer in Baden-Baden“ mehr als nur gelangweilt und es wäre fast mein erstes Buch geworden welches ich nicht bis zum Ende gelesen hätte. Zum Schluss habe ich mich dann aber doch durchgerungen und alle 238 gelesen, auch wenn Spaß und Lust auf Literatur anders aussieht.

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