kein Bier nach 10

Gestern habe ich einen Kollegen in Lörrach besucht und uns ist etwas passiert was mir so auch noch passiert ist. Wir waren erst in der Stadt und wollten dann anschließend zu ihm um bei einem Bier noch ein wenig zu quatschen. Da er jetzt aber kein Bier zu Hause vorrätig hatte (was für eine Sünde 😉 ) wollten wir halt noch schnell zur Tanke und uns einen Sixpack mitnehmen. Leider hatten wir die Rechnung ohne unseren fürsorglichen Staat gemacht. Denn nach 22 Uhr darf kein Alkohl mehr verkauft werden. Und so kann man als fast 40-jähriger erwachsener Mensch nicht einmal mehr Bier nach 22 Uhr kaufen. Da fühlt man sich doch gleich wieder wie ein Kind und freut sich echt das Vater Staat immer ein wachsames und fürsorgliches Auge auf seine „mündigen“ Bürger hat. Ist auch richtig logisch denn in einer Kneipe darf ich mir weiterhin auch nach 22 Uhr die Kante geben wenn ich es möchte. Zum Glück darf man immerhin noch koffeinhaltige Getränke nach 22 Uhr erwerben. Und so sind wir mit Cola abgezogen und hatten trotzdem einen guten Abend.

Tag der Deutschen Einheit

Wie die Zeit vergeht!!!!!
Wenn man die Bilder der Wiedervereinigung sieht, weiß man wie lange es her ist als Deutschland ein Stück positive Weltgeschichte schrieb.
Mittlerweile gibt es eine erwachsene Generation die dieses Ereignis nur aus dem TV kennt und auch sonst keinerlei Bezug dazu hat.
Und auch wenn dieser Tag (warum auch immer der 3. Oktober genommen wurde), so bedeutend für die deutsche Geschichte sind halten sich die Feierlichkeiten doch sehr in Grenzen. Gerade wenn man es z.B. mit den Feierlichkeiten zum amerikanischen Unabhängigkeitstag oder den 14. Juli in Frankreich vergleicht.
Für mich eigentlich unverständlich, denn die deutsche Einheit war nicht nur ein Glücksfall für Deutschland, sondern hat auch zu einem friedlichen Europa geführt. Die Befreiung der osteuropäischen Völker und auch der Ostdeutschen aus der sowjetischen Diktatur und das friedliche Zusammenleben aller europäischer Völker unter dem Dach der europäischen Union gehören dazu. Das wiedervereinigte Deutschland wird in Europa auch nicht als Bedrohung empfunden, was ja auch keine Selbstverständlichkeit ist.
Wir sollten also diesen Tag viel mehr schätzen und uns bewusst machen wie die Welt vor der Wiedervereinigung aussah. Natürlich kann man sagen, dass man Dinge bei der Wiedervereinigung besser hätte machen können und ich stimme dem auch zu. Doch es ist allemal alles besser als es vor der Wiedervereinigung war. Früher war halt nicht alles besser 😉
Wir rennen heute alle wie selbstverständlich durch Berlin an Stellen an denen früher eine tödliche Grenze stand. Und wer einmal die Stasizentrale in Berlin besichtigt hat, weiß wie richtig der Sturz dieses Regimes war.
Ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut wenn ich Bilder vom Mauerfall und den Demonstrationen in Leipzig sehe, und ich bewundere den Mut den diese Menschen damals aufgebracht haben. Jeder wusste, dass er sein eigenes Leben aufs Spiel setzt was man ja bereits 1953 gesehen hat.
Nur alleine für diese Menschen sollte dieser Tag eigentlich viel größer und repräsentativer gefeiert werden.

Trauer & Entsetzen

Eine wahre menschliche Tragödie die sich am Freitag Nachmittag in Norwegen abgespielt hat. Wieder einmal hat ein ideologisch Besessener eine Vielzahl von Menschen in den Tod gerissen. Diesmal war es kein islamistischer Verblendeter, sondern Jemand aus der rechter Szene. Es ist kaum zu glauben in welche Irrwelten diese Menschen leben, dass sie in der Lage sind skrupellos Menschen zu töten.
Leider wird man solche Anschläge, egal von welcher Seite, nie wirklich verhindern können. Die Norweger machen es meiner Meinung nach sehr richtig. Sie verfallen nicht in Panik, sondern stehen auch weiterhin für ihre Werte, einem weltoffenen und demokratischen Norwegen. Und vor allem trauern sie mit den Angehörigen der Opfer und zeigen ihre Solidarität was man am unendlich erscheinenden Blumenmeer in Oslo sehen kann.

Frohe Ostern


Ich wünsche Euch allen ein frohes Osterfest. Dieses zentrale, christliche Fest wird heute ja immer seltener so aufgenommen. Stattdessen ist es ja eher zu einem Familientag mit kleine Geschenken „verkommen“. Eigentlich sehr merkwürdig, dass zwar Weihnachten als großes christliches Fest zelebriert wird, Ostern hingegen welches aus religiöser Sicht viel wichtiger ist eher vernachlässigt wird. Schließlich wird an Ostern der Kreuzigung Jesu, und vor allem seine Auferstehung drei Tage später gedacht.
Ostern symbolisiert den Sieg Jesu über den Tod und die ewige Verdammnis, sowie die Erlösung der Menschen von der Erbschuld.
Die Auferstehung (und somit auch Ostern) ist schließlich ein zentraler Bestandteil des wichtigsten christlichen Gebets, des Vaterunser.
Das Osterfest selber hat aber auch wie wohl alle christliche Feste Anleihen aus früheren Religionen (vor allem keltischer und germanischer) aufgenommen, gerade was die Feierlichkeiten angeht.
Vor allem die populären Osterfeuer und Osterräder lassen sich auf diese alten Bräuche der Germanen und Kelten zurückführen.
Wie dem auch sei. Ich wünsche Euch schöne Feiertage, egal wie ihr sie verbringt.

Japan


Auch nach über eine Woche bin ich immer noch geschockt wenn ich die Bilder aus Japan sehe. Was für eine Katastrophe über die Japaner eingebrochen ist, kann man sich trotz dieser Bilder nur ansatzweise vorstellen. Trotz des starken Bebens und den unvorstellbaren Tsunamis halten sich die Opferzahlen in Grenzen. Wenn man soetwas bei einer solchen Katastrophe überhaupt sagen kann.
Wie gewaltig die Schäden und die Kraft der Naturkatastrophe waren kann man nur erahnen, wenn ein so hochentwickeltes Industrieland wie Japan Probleme hat die Folgen zu bewältigen. Obwohl viele Gebäude erdbebensicher gebaut, und es Warnsysteme und Schutz gegen Tsunamis wie kaum in einem anderen Land gibt, sind die Folgen katastrophal. Und ob dies nicht schon schlimm genug wäre, müssen die Japaner sich nun auch noch um einen atomaren Supergau Sorgen machen. Aufgrund der Naturkatastrophen ereigneten sich im Atomkraftwerk Fukushima mehrere schwere Unfälle. Seit mehr als einer Woche kämpft man dort darum den atomaren Supergau noch irgendwie zu verhindern.
Das alles ertragen die Japaner, versuchen organisiert und ruhig die Lage irgendwie unter Kontrolle zu bringen, und vor allem den Opfern zu helfen die nun bei eiseskälte und Schneefall in Flüchtlingslagern sitzen und deren Versorgungslage kritisch ist.
Und was passiert bei uns? Die Nachrichtensender machen aus jeder Bewegung eines Feuerwehrfahrzeuges eine Sondersendung, und der Technikversandhändler Conrad meldet, dass die Deutschen vermehrt Geigerzähler kaufen. Auch Jodtabletten werden laut den Apotheken in ungeahnten Mengen gekauft, und die Politiker machen Wahlkampf  mit dem Thema Atomkraft. In Bochum lässt die Umweltdezernentin nun alle drei Tage die Feuerwehr die atomare Strahlung mittels Messfahrzeug ermitteln…
Man muss sich wirklich schämen in welche Hysterie Deutschland verfällt, ohne das eine konkrete Gefahr für uns besteht, während die wirklich Betroffenen besonnen auf Hilfe warten.
Wegen all des Trubels verliert man schnell den Blick auf die zahlreichen menschlichen Tragödien die sich in Japan ereignet haben und immer noch ereignen.
Die Menschen dort werden gewiss noch eine Menge Zeit benötigen um diese Katastrophe zu verarbeiten, und man kann nur hoffen das sie es überhaupt schaffen.

Atompostkarten

Die Tage ist die neue Cicero bei mir eingetroffen, und als ich die üblichen Beilagen bzw. Werbung herausnehme, fällt mir ein Briefumschlag in die Hand.
Inhalt waren Postkarten des Deutschen Atomforums :))
Darauf ein markanter Spruch und auf der Rückseite eine dazu passende Erklärung warum die Kernenergie in Deutschland benötigt wird.
Leider gehört die Nutzung der Kernenergie ja zu diesen Themen (neben z.B. Schulpolitik) die in diesem Land einfach nicht mehr sachlich diskutiert werden können. So hocken die beteiligten Parteien in ihren dogmatischen Schützengräben aus dem letzten Jahrhundert anstelle sachlich ein Energiekonzept zu entwickeln.
Dieses Konzept müsste vor allem die Energiesicherheit gewährleisten. Dazu muss der Energiemix möglichst umweltfreundlich und trotzdem wirtschaftlich sein, und natürlich auch möglichst unabhängig vom Ausland (d.h. von Rohstoffimporten) sein. Das ist die Herausforderung die gelöst werden muss.

PS: Über einige der Sprüche musste ich im Zusammenhang mit Kernkraft allerdings schon ein wenig schmunzeln :yes:

Still-Leben A40

Am letzten Wochenende wurde einiges geboten um seinen Terminkalender zu füllen. Ganz oben auf der Liste standen da natürlich Bochum Total und das Still-Leben A40 im Rahmen der Kulturhauptstadt2010.
Neben den Heliumballons war das Still-Leben A40 wohl eines der beachteten Projekte, schließlich wurde die A40, die Lebensader des Ruhrgebiets, am Wochenende vollständig gesperrt.
Und da man ja nicht alle Tage die Möglichkeit hat auf der Autobahn zu frühstücken und spazieren zu gehen, wollten wir uns dieses Event auf keinen Fall entgehen lassen.
Und wir waren nicht die einzigen die so dachten….
Wenn man das Echo in den Medien verfolgt war die Aktion Still-Leben A40 ein voller Erfolg und hat sich großer Beliebtheit erfreut.
Deswegen kommen jetzt schon die ersten die diese Aktion nun regelmäßig alle zwei Jahre durchführen wollen. Davon halte ich persönlich jedoch nichts. Der Reiz dieser Aktion war ja gerade die Einmaligkeit!!!
Doch zurück zu unserem Tag. Mir ist eine Überführung in Bochum Werne eingefallen zu der wir gefahren sind. Und dann hatten wir mir als riesiges Glück. Zum einen fuhr gerade jemand weg und so konnte ich direkt auf der Brücke parken, zum anderen gab es an der Brücke eine schmale Treppe die zur Autobahn runter führte. So mussten wir auch gar nicht mehr groß bis zu einer Auffahrt laufen um auf die Autobahn zu gelangen. Hier jetzt einige Eindrücke vom Still-Leben A40
Still-Leben A40 2010 001

Still-Leben A40 2010 002

Still-Leben A40 2010 005

Still-Leben A40 2010 006

Still-Leben A40 2010 008

Still-Leben A40 2010 009

Still-Leben A40 2010 010

Still-Leben A40 2010 014

20 Jahre Mauerfall

Gestern habe ich mal so zwischendurch geschaut was das ZDF zum 20jährigen Mauerfall überträgt. Und was dort auf die Beine gestellt wurde, war dem Anlass entsprechend wirklich gut gemacht. Für ein so bedeutendes Ereignis in der deutschen Geschichte gehört eine solche Zeremonie einfach mit dazu. Eigentlich müsste auch der 9. November ein Feier- und Gedenktag in Deutschland sein, denn es gibt wohl kein Datum welches die deutsche Geschichte (im Positiven wie im Negativen) so sehr geprägt hat wie der 9.November.
Doch zurück zur Zeremonie rund um den Mauerfall. Die Zeremonie war wirklich gelungen, doch egal wie bombastisch so ein Event aufgezogen ist, die Gänsehautstimmung von den Originalbildern kann es trotzdem nicht erzeugen. Denn die Originalbilder bewirken genau das bei mir. Der Mauerfall ist ein historisches Ereignis über welches sich jeder Deutsche freuen können sollte.
Leider wird, 20 Jahre danach, mehr über die Probleme der deutschen Einheit diskutiert anstelle über das, was dort am 9. November 1989 alles erreicht wurde. Klar sollte man die Fehler und Probleme nicht totschweigen, doch sollte man nach Lösungen dafür suchen, und nicht denjenigen verfallen die die DDR nun verharmlosen und verklären wollen.
Die DDR war ein Unrechtsstaat der seine Bürger eingesperrt und elementarer Rechte beraubt hat. Und es war auch kein soziales Paradies, wie es gewisse gesellschaftliche Kreise heute gerne versuchen hinzustellen.
Die Deutschen können glücklich sein, dass man sich nach 1945 auch 1989 einem totalitären System entledigen konnte, und dies ohne Blutvergießen. 1989 haben viele mutige Menschen für ihre Rechte gekämpft, und dadurch die Teilung Deutschlands überwunden.
Heute gilt es diese Werte und erkämpften Rechte gegen totalitäre Ideologien zu verteidigen und zu bewahren.

die vergessenen Feiertage


Dann wünsche ich Euch allen mal ein fröhliches Halloween, Reformationstag (falls das überhaupt noch jemanden etwas sagt), Samhain oder morgen Allerheiligen.
Auch wenn die meisten gar nicht wissen was Halloween genau ist, bzw. welche Wurzeln es hat und was es bedeutet, so wird es doch immer mehr gefeiert.
Ich habe eigentlich auch nichts dagegen, dass sich Halloween einer immer größeren Beliebtheit erfreut. Schade eigentlich nur, dass dabei die anderen Feste (Reformationstag und Allerheiligen) immer mehr in Vergessenheit geraten.
Das ich als Nichtchrist christliche Feiertage verteidige grenzt zwar schon fast an Schizophrenie, aber es sind halt die Feiertage die unserem Kulturkreis entsprechen.