Dresden Dolls; Yes, Virginia

So, endlich habe ich es mal wieder geschafft einen Artikel zu schreiben.
Da wir das Punktesystem bei mfb verändert haben kann ich es leider nicht mehr 1:1 hier auf blog.de übernehmen. Na egal.
Dieses Album hat bei mfb 8 von 9 möglichen Punkten von mir bekommen.

Dresden Dolls
Yes, Virginia

Die Dresden Dolls sind seit ihrer Gründung mehr als eine weitere Band, die Alben auf den Markt wirft und dann auf Tour geht, ihr Ansatz geht über die Musik hinaus. Das beweist schon ein Blick auf ihre Webseite (http://www.dresdendolls.com), die nicht nur liebevoll gestaltet ist, sondern auch eine ausgeprägte Kommunikation mit ihrer wachsenden Fanschar offenbart. Diese findet auch auf künstlerischer Ebene statt, so ist das Artwork von «Yes, Virginia» zum Teil von ihren Fans. Auch sind ihre Auftritte weit mehr als das Wiedergeben ihrer Songs und enden zum Teil in ziemlich ausgefallenen Happenings.

Im Jahr 2003 veröffentlicht Marilyn Manson „The Golden Age Of Grotesque“. Seine Hommage an das Vaudeville-Theater, inspiriert vom Berlin der 20’er und 30’er Jahre. Was Manson mit den dazugehörigen Fotos von Helnwein und der Kirmesorgel die sich durch das gesamte Album im Hintergrund leiert nur andeutet, ist bei den Dresden Dolls konsequent durchgezogen. Das Duo, bestehend aus Amanda Palmer und Brian Viglione, inszeniert sich als Gesamtkunstwerk. Die Musik besteht nur aus Klavier und Schlagzeug. Klassik und Moderne. Während Amanda Palmers Klavierspiel die Zeit zurück dreht und die Referenz zu Bertolt Brecht, Kurt Weill und altdeutschem Kabarett schlägt, poltert Brian Viglione mit seinem Schlagzeug in die Melodie als wolle er den Mob in einem Rockclub rocken.

Nach dem hoch gelobten Debütalbum ist nun das zweite Album der Bostoner Band erhältlich. Was leicht zu einem faden Neuaufguss hätte werden können, klingt zwar routinierter als zuvor, aber nicht weniger spannend. Dazu trägt auch bei, dass die Dresden Dolls mit ihren Texten ebenfalls keine ausgetretenen Pfade beschreiten: Jede Menge skurrile, teils bizarre kleine Geschichten gibt es zu hören.

Eine davon hat dem neuen Album seinen Namen gegeben. Hinter «Yes, Virginia» verbirgt sich nicht etwa der US-Staat, sondern ein kleines Mädchen. Im Jahr 1897 hatte sich die achtjährige Virginia O’Hanlon mit der bangen Frage, ob es den Weihnachtsmann gibt oder nicht, an die Zeitung «The New York Sun» gewandt. «Ja, Virginia, es gibt den Weihnachtsmann», schrieb ihr der Redakteur in seinem Editorial zurück. Ein Schriftwechsel der mittlerweile auch in etlichen deutschen Zeitungen alljährlich zur Weihnachtszeit wiedergegeben wird – und eine rührige Geschichte, die bestens ins Punk-Kabarett der Dresden Dolls passt.

Nebenbei gibt es Texte über Holocaust-Verweigerer, Abtreibungen und Sex. Und die Zeile

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