Schock für Bochum

Und wieder ereilt Bochum eine Schreckensnachricht.
Ausnahmsweise kommt sie aber nicht von Opel, sondern diesmal betrifft es die Angestellten von Nokia.
Der finnische Produzent von Mobiltelefonen will sein Bochumer Werk bereits Mitte des Jahres komplett schließen und die 2300 Mitarbeiter entlassen.
Dazu werden wohl auch noch Entlassungen beim sogenannten Umfeld (Zeitarbeiter, Logistik usw.) kommen.
Für Bochum ein großer Schock, da Nokia neben Opel der größte industrielle Arbeitgeber in der Stadt ist.
Den billigen Populismus den nun einige Politiker betreiben, indem sie sich hinstellen und erzählen sie würden nicht mehr mit einem Nokia-Mobiltelefon telefonieren, macht die Sache auch nicht besser.

Das sich die Landesregierung nun an die Überprüfung der Subventionen macht ist gut. Denn die Subventionen sind schließlich an bestimmte Bedingungen gebunden. Sollte Nokia dagegen verstoßen haben ist es richtig das Geld wieder zurück zu fordern. Hat sich Nokia allerdings an alle Absprachen gehalten, sollte sich niemand über das Verhalten des Konzerns beschweren (vor allem die nun aus reinem Populismus von Heuschrecke und ähnlichem sprechen).
Dann sollte man sich vielleicht Gedanken darüber machen, wer die Subventionen zu diesen Bedingungen zur Verfügung gestellt hat, anstelle jetzt donnernde Worte in die Kameras zu brüllen.
Doch das alles nutzt den Beschäftigen von Nokia Bochum, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren, auch nicht viel.
Es gibt aber auch durchaus auch berechtigte Kritik an Nokia.
Zum einen ist das Werk in Bochum profitabel und erwirtschaftet Gewinn. Ob es da angebracht ist, die Produktion zu verlagern nur um den Gewinn noch geringfügig zu steigern ist für mich keine nachvollziehbare Entscheidung.
Am Schlimmsten empfinde ich aber den Umgang mit den Mitarbeitern. Das Mitarbeiter die Werksschließung aus dem Fernsehen erfahren empfinde ich als unanständig.
Es gibt schließlich eine Art Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Und dies ist in diesem Fall von Nokia zerstört worden.
Für Bochum ist die Entscheidung von Nokia ein weiter Schritt Richtung wirtschaftlichem Verfall. Denn auch für die Opelwerke sieht die Zukunft alles andere als rosig aus. Es ist wirklich traurig, dass Bochum mit seinem tollen Schauspielhaus, den großartigen Symphonikern und der Ruhruniversität sich wirtschaftlich in einem Abwärtsstrudel befindet.

0 Gedanken zu “Schock für Bochum

  1. Ungemein gut fand ich in dem Zusammenhang den Schulterschluss der Opel-Mitarbeiter…

    Und was den Umgang mit den Arbeitern angeht: ich muss gestehen, mich wundert in der Beziehung gar nichts mehr. Letztes Jahr kurz vor Weihnachten informierte mich die hiesige Zeitung über die Schließung meines Hauses und demnach dem Wegfall meines (wirklich geliebten) Arbeitsplatzes… war ein unglaublich frohes Fest. *hmpf*

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  2. Ja es ist wirklich gut, dass die Opelarbeiter solidarisch sind. Mal schauen wie sich die Situation weiter entwickelt. Ich persönlich glaube aber nicht, dass sich an der Werksschließung noch etwas ändert.
    Da hast du ja auch ein tolles Fest gehabt. Also manchmal weiß man echt nicht ob die einfach nur taktlos sind oder das schon absichtlich machen.
    Ich hoffe du hast zumindest schon eine neue Stelle gefunden.

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